• Johann Sebastian Bach
1740?

5. So glaubt man denn, dass die Musik verführe

  • Soprano
  • Continuo: Cembalo

German Text

So glaubt man denn, dass die Musik verführe
Und gar nicht mit der Liebe harmoniere?
O nein! Wer wollte denn nicht ihren Wert betrachten,
Auf den so hohe Gönner achten?
Gewiss, die gütige Natur
Zieht uns von ihr auf eine höhre Spur.
Sie ist der Liebe gleich, ein großes Himmelskind,
Nur, dass sie nicht, als wie die Liebe, blind.
Sie schleicht in alle Herzen ein
Und kann bei Hoh’ und Niedern sein.
Sie lockt den Sinn
Zum Himmel hin
Und kann verliebten Seelen
Des Höchsten Ruhm erzählen.
Ja, heißt die Liebe sonst weit stärker als der Tod,
Wer leugnet? die Musik stärkt uns in Todes Not.
O wundervolles Spiel!
Dich, dich verehrt man viel.
Doch, was erklingt dort vor ein Klagelied,
Das den geschwinden Ton beliebter Saiten flieht?

English Translation

So is it thought that music distracts
and has no accord with love at all?
Oh no! Who would not consider its worth,
recognized by such lofty patrons?
Indeed, kind Nature
draws us through it to a higher path.
It resembles love, a great child of heaven,
yet not, like love, in being blind.
It slips into every heart
and can dwell with great and lowly people.
It attracts the mind
towards heaven
and can for loving souls
describe the glory of the Highest.
Yes, if love is surely called far stronger than death—
and who would deny it?—Music fortifies us during death’s suffering.
O marvelous art!
You, you are greatly honored.
Yet, what is that which sounds like a lament,
which flees from the brisk sound of the beloved strings?

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