1. Vertrauen auf Gottes Vorsehung

  • Voice · E4 – G5
  • Keyboard: Fortepiano / Harpsichord / Clavichord

German Text

  1. Was sollt ich ängstlich klagen
    und in der Not verzagen?
    Der Höchste sorgt für mich.
    Er sorgt, dass meiner Seele
    kein wahres Wohlsein fehle:
    Genug zum Trost, mein Herz, für dich!

  2. Was nützt es, heidnisch sorgen
    und jeden neuen Morgen
    mit neuem Kummer sehn?
    Du, Vater meiner Tage,
    weißt, eh ich dir’s noch sage,
    mein Leiden und mein Wohlergehn.

  3. Auf deine Weisheit schauen
    und deiner Gnade trauen,
    das, Herr, ist meine Pflicht.
    Ich will sie treulich üben
    und ohne Falsch dich lieben,
    denn du verlässt die Deinen nicht.

  4. Der du die Blumen kleidest
    und alle Tiere weidest,
    du Schöpfer der Natur,
    weißt alles, was mir fehlet.
    Drum, Seele, was dich quälet,
    befiel dem Herrn und glaube nur!

  5. Ja, Vater, alle Sorgen,
    den Gram, der mich verborgen
    in meinem Herzen nagt,
    werf ich auf dich und freue
    mich ewig deiner Treue;
    du hältst, was du mir zugesagt.

  6. Wenn meine Augen tränen
    und sich nach Hülfe sehnen,
    so klag ich dir’s, dem Herrn.
    Sieh, Vater, ich befehle
    dir jeden Wunsch der Seele;
    du hörst, du hilfst, du segnest gern.

  7. Du führest hier die Deinen
    nicht so, wie sie es meinen,
    doch stets nach weisem Rat.
    Ist mir die Aussicht trübe,
    so leuchtet deine Liebe
    mir auf des Lebens dunkelm Pfad.

  8. Wenn ich hier Tiefen sehe
    und es nicht ganz verstehe,
    was du mit mir getan;
    kann ich doch des mich trösten:
    Einst nimmst du mich Erlösten
    nach kurzer Schmach zu Ehren an.

  9. Dort, bei der Frommen Scharen,
    dort werd ich es erfahren,
    wie gut du mich geführt.
    Nach überstandnen Leiden
    bring ich dir dann mit Freuden
    den Dank, der ewig dir gebührt.

English Translation

  1. Why should I anxiously lament
    and despair in my suffering?
    The Highest cares for me.
    He assures that my soul
    lacks no true wellbeing:
    this is comfort enough, my heart, for you!

  2. What use is it, to worry like a heathen,
    and regard each new morning
    with renewed dread?
    You, Father of my days,
    know, before I even tell you,
    my sorrows and my good fortune.

  3. To contemplate your wisdom
    and rely on your mercy,
    that, Lord, is my duty.
    I will faithfully practice it
    and love you without falsehood,
    since you do not abandon your servants.

  4. You who clothe the flowers
    and feed every animal,
    you, Creator of nature,
    know everything that I need.
    Therefore, O soul, whatever troubles you
    entrust to the Lord, and merely believe!

  5. Indeed, Father, all worries,
    the grief, which hidden
    in my heart, gnaws at me,
    I cast upon you, and rejoice
    forever in your love;
    you keep what you have promised to me.

  6. When my eyes weep
    and long for help,
    then I lament it to you, the Lord.
    Behold, Father, I commit
    to you every desire of my soul;
    you hear, you help, you gladly bless.

  7. Here on earth you guide your own
    not as they imagine,
    yet always according to your wise design.
    If my prospects are dim,
    then your love lights
    my way upon the dark path of life.

  8. When here before me I see pitfalls,
    and I do not entirely understand
    what you have done for me,
    I can still comfort myself with this:
    one day you will receive me, redeemed,
    after brief shame into glory.

  9. There, among the hosts of faithful,
    there I will experience
    how well you have guided me.
    After sorrows overcome,
    with joy I will bring you
    my gratitude, which is always due to you.

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